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Feuerwehr Altlußheim


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2. Gesamtübung 2011

 

Gefahrgutunfall mit Rauchentwicklung und zwei eigeklemmte Personen in der 3. Industriestraße in Altlußheim: So lautete die Meldung zur Gesamtübung der Freiwilligen Feuerwehr. Diese Meldung erhält man bei einem realen Einsatz glücklicherweise nur recht selten, aber dennoch  müssen  die freiwilligen Helfer auch dann in ihrem Handeln sicher und  kompetent sein. Kommandant und Übungsleiter Peter Bierlein traf als Erster an der angenommenen Unfallstelle ein und verschaffte sich einen Überblick. Beim Entladen eines Gefahrgutbehälters vor einem Firmengelände kam es zu einer Kollision eines Pkws mit einem Gabelstapler. Hierbei wurde der Gefahrgutbehälter beschädigt, der Pkw überschlug sich und landete auf der Seite. Die zwei Insassen des Pkw waren in dem Fahrzeug gefangen und warteten auf Hilfe.

Da das Gefahrgutfahrzeug und dessen Fahrer aus dem Ausland kamen, war die Verständigung äußert schlecht und die Kennzeichnung nicht nach  Norm. Ein Mitarbeiter versuchte, den Behälter mit einem Wasserschlauch zu kühlen und einen möglichen Brand  zu  verhindern. Doch durch die Verbindung des Gefahrenstoffs mit Wasser entstand eine dicke Rauchsäule. Bierlein forderte alle umstehenden Personen auf, sich aus dem Gefahrenbereich zu begeben und wies die nachrückenden Fahrzeuge ein. Ein Trupp mit Atemschutzgeräten versuchte, über die Gefahrennummer die Art und die Gefährlichkeit der auslaufenden Flüssigkeit ausfindig zu machen. Da aber die Kennzeichnungen nicht vorschriftsgemäß waren, musste man am Anfang erst einmal vom Schlimmsten, wie großer Giftigkeit oder Ätzwirkung, ausgehen.

 

Mit Chemikalienschutzanzügen machte sich ein weiterer Trupp auf den Weg und dichtete

das Leck ab, damit keine Flüssigkeit mehr austreten  konnte. Somit war eine erste Sicherheit geschaffen und  man konnte zur Rettung der  eingeklemmten Personen im Pkw übergehen. Eine Person machte verständlich, dass der Fahrer des Fahrzeuges bewusstlos sei und er auch keine Atmung mehr bemerkte. Daraufhin erfolgte in Absprache mit dem Rettungsdienst eine sogenannte Crashrettung. Unter Atemschutz wurde die Windschutzscheibe herausgesägt und die Verletzten, die von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr gemimt wurden, gerettet und vom Rettungsdienst versorgt.

Bürgermeister Hartmut Beck und die zahlreichen Zuschauer waren überrascht, was bei solch einem Einsatz doch alles beachtet werden muss und welch große Vorsicht geboten ist. Aus welcher Richtung kommt der Wind und wohin können Dämpfe geweht werden?  Wie müssen sich die Einsatzkräfte vor dem Gefahrenstoff schützen? Können Dämpfe mit Wasser niedergeschlagen werden oder löst diese Verbindung mit Wasser eine chemische Reaktion aus? Dies alles und noch viel mehr muss in den Köpfen der Einsatzleiter und der Feuerwehrleute fest verankert sein, um es im Ernstfall nach einem stressigen Arbeitstag oder sogar mitten in der Nacht sofort abrufen zu können. Nachdem  der Trupp mit den Chemikalienschutzanzügen wieder dekontaminiert (Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen) und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit waren, zeigte sich Peter Bierlein mit dem Verlauf dieser Übung sehr zufrieden und danke allen, auch der Jugendfeuerwehr, für ihren selbstlosen Einsatz – nicht nur bei den Übungen.

 

Text: K. Dietrich

Bilder: P. Pflüger

 

 

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